Informationen zum Krankentransport

Voraussetzungen zur Übernahme von Fahrkosten

Die Krankenbeförderung gesetzlich versicherter Personen muss im Zusammenhang mit einer Leistung der Krankenkasse zwingend medizinisch notwendig sein. Die Auswahl des Beförderungsmittels hängt von der medizinischen Notwendigkeit im Einzelfall ab und muss dem Wirtschaftlichkeitsgebot folgen.

Die Verordnung ist nur dann möglich:

wenn Patientinnen oder Patienten während der Fahrt einer fachlichen Betreuung oder der besonderen Einrichtungen des Krankentransportwagens (KTW) bedürfen oder deren Erforderlichkeit aufgrund ihres Zustandes zu erwarten ist

wenn der Versicherte wegen Art und Schwere seiner Erkrankung nicht zu Fuß gehen kann und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und eines privaten Pkw nicht möglich ist. Eine Krankenbeförderung kann von Ärzten, Zahnärzten und Psychotherapeuten verordnet werden

wenn dadurch die Übertragung
schwerer, ansteckender Krankheiten der Patientinnen oder Patienten vermieden werden kann.

 

Krankentransporte zur ambulanten Behandlung bedürfen der vorherigen
Genehmigung durch die Krankenkasse. Dies gilt nicht für Fahrten zu einer vor- oder
nachstationären Behandlung gemäß § 115a SGB V oder zu einer ambulanten Operation gemäß § 115b SGB V. 
Krankentransporte zu stationären Leistungen bedürfen keiner Genehmigung durch die Krankenkasse.

Damit die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten eines Krankentransport zur ambulanten Behandlung übernehmen, muss mindestens eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

Pflegegrad 4 oder 5

Pflegegrad 3 und der Patient benötigt aufgrund dauerhaft eingeschränkter Mobilität eine Beförderung,

ein Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „aG“, „BI“ oder „H“ liegt vor,

eine hohe Behandlungsfrequenz über einen längeren Zeitraum (z. B. Dialyse, onkologische Strahlentherapie) und wenn die Mobilität infolge der Behandlung in einer Weise beeinträchtigt ist, dass eine Beförderung zur Vermeidung von Schaden an Leib und Leben unerlässlich ist.

 

Patientinnen oder Patienten müssen dennoch eine Zuzahlung, gemäß
§ 61 Satz 1 SGB V, von grundsätzlich zehn von Hundert der Kosten je Fahrt leisten – mindestens jedoch 5 Euro und höchstens 10 Euro.
Nur Versicherte, deren Zuzahlungen die Belastungsgrenze nach § 62 SGB V überschritten haben, sind bei Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung der Krankenkasse für den Rest des Kalenderjahres von weiteren Zuzahlungen befreit.